Johann Sebastian Bach / György Kurtág Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit
György Kurtág Jatékók
Johann Sebastian Bach / György Kurtág Christe, du Lamm Gottes
György Kurtág Jatékók
Johann Sebastian Bach / György Kurtág Nun komm der Heiden Heiland
Franz Schubert Variationen As-Dur D.813
alternierend mit
György Ligeti 5 Stücke für Klavier zu vier Händen
Franz Schubert Fantasie f-moll D.940
Marie Guyot & Lukas Stamm, Klavier zu vier Händen
Seite an Seite beschreibt die Situation der Musizierenden beim Vierhändig-Spielen.
Seite an Seite beschreibt aber auch unser Programm. Im ersten Block begegnen sich Stücke des ungarischen Komponisten György Kurtag und seine Transkriptionen von Bachs Werken. Kurtag hat Stücke von Bach, die eigentlich für Ensemble – wie die Sinfonia aus der Kantate Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit – oder für Orgel sind für Klavierduo umgearbeitet, was diesen Werken ein ganz anderes Klanggewand gibt. Dazwischen erklingen zwei kurze moderne Kommentare von Kurtag selbst als Zwischenspiele.
Franz Schuberts Variationen in As-Dur sind ein selten gespieltes Werk, in dem ein volksliedhaftes Thema, das genau so in der „Schönen Müllerin“ stehen könnte, kunstvoll verarbeitet und variiert wird. Zwischen den Variationen platzieren wir Stücke des jungen György Ligeti, frühe Werke, musikantisch und lebhaft, die ihren Einfluss aus der ungarischen Volksmusik deutlich erkennen lassen. Teilweise sind sie in spätere Werke wie die „Musica ricercata“ oder das Bläserquintett eingeflossen. Beide Werke verarbeiten also musikalische Traditionen der Heimat(en) der Komponisten.
In Schuberts f-moll-Fantasie fliessen dann die Ströme unseres Programms zusammen. Gesangliche Melodik trifft auf ausdrucksvolle Harmonik, Volkslied-Einflüsse treffen barocken Kontrapunkt. In diesem Werk, das zu Schuberts letzten Kompositionen überhaupt zählt, durchqueren wir verschiedenste Gefühlswelten: Vom dunkeln f-moll des Anfangs über die schroffen, unheimlichen Gesten des Largos und die zarte Kantilene, die dazwischen erscheint, zum abgründigen Scherzo bis hin zur grossen Fuge am Ende des Werkes.
Seite an Seite – eine Entdeckungsreise durch vielfältige Klangwelten.