Aus nächster Ferne. Musik für Bassklarinette, Streichtrio und Schlagzeug

12′, UA: Zürich, 27.11.2023, Collegium Novum Zürich

In einer Zeit, in der alles verfügbar und in nächster Nähe scheint, empfinde ich diese scheinbare Nähe oft als nicht erreichbare Ferne. Alles scheint möglich, alles prasselt auf mich ein, und doch ist alles weit weg.
Das Individuelle ist in diesem Stück auch das Melodische, das Lineare. Die Entwicklung linearer Prozesse war zentral für die Arbeit in diesem Stück. Lineare Verläufe unterliegen Prozessen der Schichtung, Verformung, Faltung, Verwirbelung. Echos „ferner Signale“ und uralte Kompositionstechniken wie Heterophonie und Prolationskanon sind ebenso präsent. So ergibt sich in fast geologischer Weise eine Landschaft, ein musikalisches Gebirgsmassiv.
Die räumliche Anordnung spiegelt den Gedanken einer Musik „in nächster Ferne“ wider: nur die Bassklarinette befindet sich auf der Bühne, die Perkussion sowie das Streichtrio sind Fern-Musiken: Echokammern, die aber zu eigenem Leben und Ausdruck erwachen, die sich der Musik der Klarinette annähern und sich entfernen.

Programmheft der Uraufführung (inkl. Artikel von Thomas Meyer zum Stück) hier zur Ansicht: Programmheft